Gedanken zur Photographie
 
Photographie ist so vielseitig wie das Leben Und wie das Leben, offenbart auch die Photographie sich nur dem, der in sich die Bereitschaft trägt, sich tiefer mit ihr zu beschäftigen. Sie ist Flucht aus dem immer schneller werdenden Getriebe der Zeit und Zuflucht zum einzelnen Moment. Ein abbremsen der immer schneller auf unseren Geist und unser Unterbewusstsein einströmenden Wahrnehmungen. Sich Zeit nehmen für den Augenblick, der uns Eindrücke, Stimmungen und Empfindungen bietet, die wir ohne die Photographie in dieser Form nie in uns aufnehmen könnten. Die Photographie gibt uns jedoch nicht nur die Möglichkeit die Realität objektiv wiederzugeben, sondern versucht dem Betrachter die Sichtweise des Photographen näher zu bringen. Ich bin fast versucht zu behaupten, dass es auch in der Photographie keine objektive Darstellung der Realität gibt, da sich immer die persönliche Einstellung zum Motiv sowie die Bereitschaft, sich mit dem Motiv zu beschäftigen in den Bildern wiederspiegelt. Ganz abgesehen von den unterschiedlichen Interpretationen der Bilder bei der Ausgabe auf Photopapier oder aber auch in Form von Pixel, werden Bilder vom selben Objekt jedoch von verschiedenen Photographen immer unterschiedliche Ergebnisse zu tage fördern, sofern sich der Photograph mit dem Objekt und mit der bildlichen Umsetzung dessen beschäftigt.

 

Ich wohne in der Nähe von St. Ruprecht a. d. Raab in der Steiermark - Österreich und beschäftige mich seit 1993 autodidaktisch mit der Photographie. War es zu Beginn eher die Kleinbild - Schnappschuss – Photographie in Farbe als auch SW, gepaart mit einer überdurchschnittlichen Technikverliebtheit was die photographische Ausrüstung anbelangt, so hat sich mein Hauptinteresse sehr bald was die Ausrüstung anbelangt zur Mittelformat - photographie und was die Bildsprache betrifft zur S/W – Photographie mit sehr puristischen Zügen gewandelt. Nicht die Kamera mit Ihren technischen Automatismen stand im Mittelpunkt, sondern meine Interpretation des Objektes bzw. die Umsetzung des Objektes auf Papier. In dieser Zeit entwickelte sich mein Leitsatz „ nicht Masse sondern Klasse“ und bald darauf ging ich auch daran, den nächsten Prozessschritt, die Entwicklung und Vergrößerung, selbst in die Hand zu nehmen. 1998 verlagerte ich mein Hauptinteresse, beeinflusst durch einen Fotokurs an der MAXUM Fotoschule in Pöllau, von der Stilleben- und Landschafts- photographie in Richtung Aktphotographie, die bis heute einen sehr großen Stellenwert einnimmt. Für mich stellt diese Art der Photographie nach wie vor die größte Herausforderung dar, da neben der Beherrschung der Ausrüstung auch der persönliche Umgang bzw. die Motivation des Models hinzukommt. Es ist die Kombination aus Regieführen, Organisieren und Motivieren, die mich an der Arbeit mit Modellen interessiert. Natürlich ist da auch eine gewisse Affinität zum weiblichen Körper, die mich motiviert den Körper zu modellieren bzw. mit Licht zu formen und in Szene zu setzen. Da ich die Photographie nicht hauptberuflich betreibe, habe ich mich heuer Aus zeitlichen Gründen entschlossen, auf die digitale Photografie umzusteigen. Dabei ist es mir ein Anliegen nicht den unermesslichen Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung bzw. der Effekthascherei zu verfallen, sondern lediglich das Aufnahmemedium von Film auf Pixel und die Archivierung von Ordnern und Schachteln auf Dateien zu verlagern. Bearbeitungen am Computer werden nur in jenem Umfang durchgeführt, wie sie auch in der Dunkelkammer möglich sind. Für mich gibt es daher den in vielen Publikationen hochstilisierten Wettstreit zwischen Analog- und Digitalphotographie nicht, da ich mit beiden Techniken meine Vorstellungen umsetzen kann und am Ende immer nur das Ergebnis zählt.

Ich wünschen Ihnen die nötige Ruhe und Muse bei der Betrachtung der nachfolgenden Bilder.